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 Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

ALLODYNIE
Allodynia, Allodynien

Die Allodynie (lat.: Allodynia) bezeichnet eine Schmerzempfindung schon bei leichter, normalerweise nicht schmerzhafter Berüh rung (mechanisch statische oder dynamische Allodynie), Wärme-(Hitze-) oder Kälteapplikation (Kälte-Allodynie). Der Begriff "Allodynie" setzt sich aus den Wortteilen allo (= anders, fremd, anomal) und dynie (dynia) (= Schmerzhaftigkeit) zusammen.

Diese Seite beschreibt die "chronische" (= länger als 6 Monate auftretende) Allodynie und nicht eine Allodynie, wie sie vorübergehend z.B. bei einer Verbrennung oder auch größeren En tzündung vorkommt.

Die Allodynie (Allodynia) tritt im Rahmen eines  sog. neuropathischen Schmerzes auf. Dieser wird dem zentralen und peripheren Nervensystem zugeordnet. Er ist dadurch gekennzeichnet , daß der Ursprung der Entstehung ein anderer ist, als das Gebiet, in dem ein neuropathischer Schmerz wahrgenommen wird. Daher spricht man auch von einem "fortgeleiteten" Schmerz (H.-J. Willenbrink 1999). Eigentlich widerspricht sich diese Aussage, denn bei der Allodynie wird der Schmerz ja dort empfunden, wo eine Berüh rung stattfindet. Es handelt sich hier um ein überlappendes Phänomen, das die Hypothese stützt, dass eine Schädigung peripherer (= nicht Hirn / Rückenmark betreffender) oder zentralnervöser (= Hirn / Rückenmark betreffender) Strukturen eine veränderte Verarbeitung afferenter (= dem Hirn / Rückenmark zugeleiteter) Signale verursacht.

Weitere Sensibil itätsstörungen:

Erkrankungen, die (meist) mit einer Allodynie (Allodynia) einhergehen: 

1) Herpes zoster, postzosterische Neuralgie bzw. postzosterische Neuropathie

Diese Nervenerkrankung beginnt mit brennenden, juckenden Nervenschmerzen im Bereich der befallenen Nervensegmente und geht mit Sensibi litätsstörungen einher. Schon die Berührung der Haut im befallenen Bereich verursacht starke Schmerzen (Allodynie). Einige Tage später bilden sich Hauterscheinungen wie rote Flecken, Pusteln und Papeln aus. Diese sog. Effloreszenzen heilen in der Regel nach 2 - 4 Wochen ab und normalerweise verschwinden dann auch die Schmerz en wieder. 
Wenn der neuropathische Schmerz die Hauterscheinungen des Her pes zos ter überdauert, meistens nach 4-6 Wochen, dann ist die Krankheit in eine Zoster-Neuralgie ((postzosterische Neuralgie (PZN)) übergegangen. Der Schmerzcharakter bei der postzosterischen Neuralgie wird von den Patienten uneinheitlich beschrieben: anhaltend tief drückend oder brennend, blitzartig einschießend, stechend und brennend. Teilweise liegt auch eine
Allodynie (= Schmerzauslösung durch an sich nicht schmerzhafte Reize, z.B. Kleidung) vor.

2) Halbseitenschmerzen (Hemialgie) nach Apoplex (apoplektischer Insult)

Dabei handelt es sich um ein sog. zentrales Schmerzsyndrom (= das Gehirn betreffendes Schmerzsyndrom), ausgelöst durch Störungen oder Schädigungen in schmerzkontrollierenden Arealen des zentralen Nervensystems (Thala mus). 
Hauptursache ist ein Schlaganfall. Die betroffenen Patienten klagen in der Regel über heftige Ner venschmerzen in der herdgekreuzten Körperhälfte (Hemialgesie). Die vorzugsweise brennenden Dauerschmerzen können sich attackenartig verstärken. Teilweise liegt eine
Allodynie (= Schmerzauslösung durch an sich nicht schmerzhafte Reize) vor. Fast regelmäßig besteht eine Hyperpa thie (= verzögerte Reizantwort, der Schmerz hält über Reizzeit hinaus an bei insgesamt erhöhter Reizschwelle).


3) Kausalgie

Nach einer Nervenverletzung kann es zu einer Kausalg ie, neuerdings auch als CRPS (= komplexes regionales Schmerzsyndrom) Typ II bezeichnet, kommen. 
Das Krankheitsbild ist charakterisiert durch qualvolle, glühend-
brennende Schmerzen der betroffenen Gliedmaße, auslösbar oder verstärkt schon durch leiseste Berührung ((evtl. auch entfernter Körperstellen (Synästhesalg ie)), durch optische oder akustische Reize, Trockenheit (Xerosalg ie), Wärme, Affekte oder bloße Schmerzvorstellung (Sympsychalg ie). 

4) Polyneuropathie

Diese wird durch metabol ische (= stoffwechselbedingte) Störungen oder Schädigungen verursacht. 
In der Praxis dominieren mit je einem Drittel der Fälle die alkohol ische und die diabet ische Genese
(= Entstehung) (Neundörfer 1988). In unklaren Fällen ist vor allem an exotoxische (= von außen zugeführte Gifte betreffend) Ursachen durch Medikamente (Vinca-Alkaloide, Nitrofurantoin u.a.m.) sowie Gewerbegifte zu denken, daneben kommen endotoxische (= Gifte die im Körper selbst entstehen) (Porphyrie, Urämie) und evtl. infekt iöse Ursachen (Lyme-Krankheit, Ehrlichiose nach Zeckenbiß) in Frage. 
Die Patienten klagen über brennen de Dauerschmerzen im Versorgungsgebiet peripherer
(= mehr oberflächlicher) Ner ven, Paräst hesien (= Fehlempfindungen), Hyperäst hesien und Hyperpa thien (= gesteigerte Berührungsempfindlichkeiten) bis hin zu Allodynien, Druckschmerzhaftigkeit von Ner ven und Mus keln sowie evtl. über motorische (= die Muskelfunktion betreffende) Reizerscheinungen (Cram pi) (Gerstenbrand et Rumpl 1988). Charakteristisch sind socken- bzw. handschuhförmige Sensibilitätsstörungen (= Störungen der Empfindlichkeit).

5) Morbus Sudeck

Auch diese Erkrankung kann mit einer Allodynie einhergehen, obwohl hier kein neuropathischer Schmerz im eigentlichen Sinne vorliegt (wird aber kontrovers diskutiert).
Zu einer Sudeck-Dystrophie, wie diese Schmerzkrankheit teilweise auch bezeichnet wird, kann es nach jeder Arm - oder Bein verletzung kommen. Die Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) ist unbekannt. Die Patienten klagen über diffuse, heftige und brennen de Schmerz en, ähnlich wie bei einer Kausalgie (= Schmerzen nach Nervenverletzung). Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien meist bläulich livide verfärbt und ödematös (= aufgequollen) verändert. Beteiligte Gelen ke versteifen. 
Die Art der Gewebsveränderung läßt an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988). 
Besonders gravierend ist diese Krankheit im Bereich der Hand, weil sie dort häufig zur Invalidität führt. 
Auf dem Röntgenbild sieht man eine typische, fleckige Osteoporose. Im Bereich der unteren Extrem ität tritt das Sudeck-Syndrom
(CRPS Typ I, Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I) bevorzugt im Bereich der Hüfte, des Knie s und des Fuß es auf.

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Aktualisiert:>18.06.2009</>kusb&
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